Friedenau öffnete seine Gärten, Höfe und Terrassen zur vierten Lesenacht
Rund 500 Literaturbegeisterte ließen sich am Samstag, den 20. Juni nicht vom schlechten Wetter abschrecken und kamen zur vierten Friedenauer Lesenacht. In diesem Jahr ging es hinaus in Freie. 25 Autorinnen und Autoren präsentierten Literatur rund um das Thema „Natur und Stadt“ in Gärten, Höfen und auf Dachböden. Das Wetter erweiterte das Angebot dann um Hausflure und Zwischengänge.
Jutta Person erzählte vor großem Publikum im „Pane al Caffè“ die schillernde Kultur- und Naturgeschichte des Esels und der Übersetzer Eduard Schreiber trug tschechische Dichtung von Listopad und Kundera in die Gartenstadt Berlin.
Mehr als 100 Zuhörerinnen und Zuhörer drängelten sich auf dem Dachboden in der Niedstraße 6. Nebenan lebte Erich Kästners Sekretärin Elfriede Mechnig. Der Schriftsteller wohnte dann und wann bei ihr. Michael Bienert beleuchtete die literarischen Schauplätze von Kästners Romanen und zeigte Zusammenhänge zwischen Werk und Leben auf.
Und dann ging es auf die andere Seite der S-Bahn: In einem Garten in der Menzelstraße teilte Björn Kuhligk seine Alltagsbeobachtungen zwischen Lankwitz und Spandau, Müggel- und Schlachtensee mit dem Publikum. In der Cranachstraße las Michel Bergmann vor vielen Literaturflaneuren aus seiner berührenden Geschichte „Weinhebers Koffer“.
Ab 22 Uhr traf man sich dann zum ersten Science Slam in Friedenau. Das Schuhgeschäft „Ganzkörperschuh“ drohte aus allen Nähten zu platzen. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler traten in den Wettstreit. Was ist Kiezdeutsch und wie sieht das Liebesleben gestresster Fische im Salzwasser aus? Knackig und anschaulich beantworteten sie in exakt zehn Minuten Fragen rund um das Thema „Natur und Stadt“. Am Ende kürte der Applaus des Publikums den mitreißendsten Auftritt.
Unser Fazit: Wir machen weiter!

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Das Programmheft finden Sie hier:

Lesenacht-Programmheft download

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Einen Artikel in der Berliner Woche vom Juni 2015 finden Sie hier.

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Fotos von der Lesenacht:



Gregorio Ortega Coto liest aus "Marokkanische Minze"
Foto: Eric Pawlitzky



Daniel Hoth liest in der Designerei22
Foto: Sabine Würich




Michael Bienert liest aus "Kästners Berlin" in der Niedstraße 6
Foto: Eric Pawlitzky




Sience Slam im "Ganzkörperschuh"
Foto: Eric Pawlitzky


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Die 4. Lesenacht ist gefördert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.